Die gute Filiz hat mich schon vor einer ganzen Weile auf Reihe Sieben gebracht. Viele nicht-mainstream-orientierte Kritiken und Besprechungen, wildes Zeug aus den dunkelsten Ecken des Webs, ... ja das Ding gefiel mir von Anfang an irgendwie. Seit Anfang Juli ist Reihe Sieben nun in der Gewalt von uns beiden Film-Terroristen. V.i.S.d.P. dürfen wir uns austoben und machen, was wir für richtig halten. Eine episches Chance auf Spaß galore.
Die Story: Seit ihrer Kindheit kennt Hanna (Saoirse Ronan) nur drei Dinge: die schneebedeckte, unbarmherzige Wildnis des finnischen Polarkreises, ihren Vater Erik (Eric Bana), mit dem sie sich die kleine gemeinsame Blockhütte teilt, und das unermüdliche Training zur perfekt angepassten Kampf- und Tötungsmaschine. In der Annahme, dass sie nun bereit sei ihre Mission, CIA-Agentin Marissa Wiegler (Cate Blanchett) zu töten, zu beginnen, verlässt sie die ihr bekannte Welt und lernt nicht nur andere Orte und Menschen, sondern auch sich selbst kennen.
"Adapt or die" - Passe dich an oder stirb. Das ist die einzige Botschaft, die Hannas Vater ihr immer wieder eintrichtert. Denn nur so kann sie ihre Mission erfüllen. Und Joe Wrights Antiheldin nimmt sich die Worte sehr zu Herzen. Weder in der finnischen Eislandschaft noch auf ihrer Flucht durch die Wüste Marokkos oder beim finalen Aufeinandertreffen im urbanen Berlin fällt sie auf. Immer darauf bedacht so unauffällig und doch effizient wie möglich zu handeln, bleibt sie unter dem Radar ihrer Verfolger, um diese zur Strecke zu bringen. Was ihr wirklich Probleme bereitet ist das Handeln im Alltag. In der Einöde des ewigen Schnees und Eises aufgewachsen und in ihren sozialen Kontakten beschränkt erinnert sie teils an einen weiblichen Kaspar Hauser, der nicht wissen kann was Fernsehen oder Musik ist. Denn alles, was sie bis dato über die Welt weiß, hat sie aus der abgenutzten Enzyklopädie, aus der ihr Vater ihr regelmäßig vorlas, sowie einem alten Märchenbuch der Gebrüder Grimm unter ihrem Kopfkissen erfahren.
Die unfreiwillige Komik und bedingte Durchdachtheit des steten Drills zum Auswendiglernen aller für sie wichtigen Informationen offenbart sich beim ersten Kontakt mit Sophie (Jessica Barden) und ihrem Bruder, die mit ihren Eltern in einem Wohnmobil durch Afrika und Europa touren. Auf die Frage, wer sie, Hanna, gerade aus einem Hochsicherheitstrakt ausbrechend, Wachen niederstreckend und noch im Guantanamo-gleichen Overall fliehend, sei, repetiert sie nur im stakkatohaften Tonfall die über Jahre hinweg gelernten Antworten. Das Mädchen, das das Töten von klein auf erlernt hat, wirkt in diesen Momenten umso zerbrechlicher und hilfloser. Sie hat keine Ahnung, wie man sich abseits von Jagd und Tod verhält. Der spätere Dialog mit ihrem Vater - "I tried to prepare you." / "You didn't prepare me for this." - kommt nicht von ungefähr.
Diese Momente sind in so fern ein Glanzstück für die Rolle von Saoirse Ronan, da sie das Spiel ihrer Figur der Briony im ebenfalls von Joe Wright inszenierten Jane-Austen-Klassiker "Abbitte" sowohl ergänzen als auch konterkarieren, obwohl die beiden Filme unterschiedlicher nicht sein könnten. War sie in "Abbitte" noch ein junges Mädchen mit dem versessenen Wunsch als Erwachsene wahrgenommen zu werden und alles Kindliche abzustreifen, ist sie in "Wer ist Hanna?" immer noch nicht erwachsen, sehnt sich aber danach eine normale Kindheit gehabt zu haben.
Dem gegenüber steht die fast schon überkarikierte Cate Blanchett als CIA-Agentin Marissa Wiegler, die nicht einmal beim Zähneputzen ohne Blutvergießen auskommt. Eiskalt, zielstrebig und berechnend ist ihr jedes Mittel recht um sowohl Erik als auch und insbesondere Hanna in die Finger zu bekommen, um ein Stück ihrer eigenen Vergangenheit abzuschließen. Dass ihr dabei mit dem dandyhaften Killer Isaacs (Tim Hollander) und seinen Skinhead-Schergen nicht minder überzeichnete Handlanger zur Seite gestellt werden tut der Sache keinen Abbruch - im Gegenteil. Es fügt sich zusammen, was zusammengehört.
"Wer ist Hanna?" hat durchaus das Zeug ein moderner Klassiker vom Kaliber eines "Nikita" oder auch "Leon - Der Profi" zu werden - und das nicht nur, weil sich die bestimmenden Elemente der Handlung einander so ähneln. Der fantastische Einsatz von Licht und Dunkel, der treibende Soundtrack der Chemical Brothers, das perfekte Locationsetting aus Eis- und richtiger Wüste sowie Märchenpark und Betondschungel, der kluge Schnitt und die teils experimentelle Kameraführung (Hannas Flucht aus dem Gefängnis durch den stroboskop-gleich beleuchteten Gang!) sind ebenso zeitlos wie angemessen und sorgen bereits auf diesem Wege dafür, dass sich "Hanna" von der Mehrheit aller sonstigen Blockbuster-Produktionen dieses Jahres absetzt. Wenn, ja wenn da nicht dieser aufgewärmt Plot wären, der dem ebenfalls großartig inszenierten Finale vor seinem unwirklichem Schauplatz wieder so viel Flair nimmt. Ein klein wenig mehr Kreativität zum Schluss und "I just missed your heart" würde für "Wer ist Hanna?" mehr sein als nur die eröffnende und abschließende Zeile der Protagonistin.
Die Story: Es sind unruhige Zeiten, in denen wir uns befinden. Im Angesicht der Kuba-Krise sind es die jungen, begabten Mutanten um Charles X. Xavier (James McAvoy) und Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), die sich den Bösen unter Führung von Sebastian Shaw (Kevin Bacon) entgegenstellen, um den atomaren Krieg zwischen den USA und den Russen zu verhindern. Doch im Kampf zwischen den klar definierten Fronten sind es vor allem die inneren Konflikte, die aus den guten Freunden Feinde auf Lebenszeit machen werden.
"Mutant and proud" - es ist dieser eine Satz, der die gesamte Handlung des Prequels zu den bereits bekannten X-Men-Filmen auf seine absolute Quintessenz reduziert. Vielmehr noch ist es aber die unterschiledliche Interpretation dieser Worte, die letztendlich nicht nur alles offenbart, sondern auch den Fingerzeig dafür darstellt, was sämtliche beteiligten Charaktere, geprägt durch ihre Erlebnisse, in ihre späteren Schicksale führen wird.
Wir befinden uns Anfang der 1940er, als uns die beiden Hauptcharaktere des Films sowie der ganzen Reihe vorgestellt werden und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Der junge Charles X. Xavier (James McAvoy) wächst behütet und alles besitzend in einem herrschaftlichen Anwesen auf, als er eines Nachts in der Küche seines Elternhauses auf seine Mutter trifft. So scheint es zumindest. Denn in Wahrheit macht er in dieser Nacht die Bekanntschaft der noch kindlichen, aber schon gestaltwandlerisch begabten Mystique (Jennifer Lawrence), die fortan an seiner Seite bleibt. Schon in dieser ersten Sequenz wird klar, dass Charles nicht nur um seine außergewöhnlichen Fähigkeiten weiß, sondern sie für das Gute, ja fast schon kaum zu ertragende Gutmenschliche, Pathetische einzusetzen gedenkt. Seinen überragenden Intellekt, gepaart mit seinen Kräften, nutzt er in der Folge nicht nicht nur um zu Doktor- und Professorenwürden zu gelangen, sondern auch zur Erforschung der Mutation des menschlichen Erbguts und dem Streben nach Verständigung und Annäherung zwischen den Lagern der Menschen und der Mutanten, die zu führen er versucht.
Auf der anderen Seite bleibt Erik Lehnsherr (Michael Fassbender). Ihn lernen wir bei der bereits im ersten X-Men-Film gezeigten Deportation seiner Familie in ein KZ der Nazis kennen, die ihn sogleich von seinen Eltern trennen und somit zum ersten Mal seine unglaublichen Kräfte entfesseln. Durch grausame Experimente, angefangen mit der Ermordung seiner Mutter durch den KZ-Arzt Klaus Schmidt (Kevin Bacon), verliert Erik in seinem späteren Drang nach Vergeltung jegliche Achtung vor dem menschlichen Leben. Aus ihm, dem alles genommen wurde und nur die Rache und Verabscheuung für alle, die "nur nach Befehl handeln", bleiben, wird ein vom Hass Getriebener, der sich von seinem Ziel nicht mehr abbringen lassen wird.
So, wie auch schon Schmidt um den bevorstehenden Aufstieg der bis dato versteckt agierenden Spezies der Mutanten weiß, weiß auch der junge Professor Xavier um diese Entwicklung. Doch während Schmidt die Wirren der Nachkriegszeit ausnutzt um als Sebastian Shaw sowohl für die Russen als auch die USA im kalten Krieg zu dienen und ganz eigene, seinen Kräften dienliche Pläne zu verfolgen, ist Xavier daran interessiert die Vorurteile in den Lagern der Menschen und der Mutanten voreinander abzubauen. Mutant and proud. Anders zu sein ist nichts Schlimmes, versucht er immer wieder zu (be-)lehren. Für ihn, der sich im seinen Äußeren nicht von normalen Menschen unterscheidet und ohen Weiteres anpassen kann, lassen sich diese Worte allerdings leichter sagen, als für andere Mutanten.
Durch das gemeinsame Ziel Shaw aufzuhalten schließen sich Xavier und Lehnsherr zusammen, da nur sie als Mutanten in der Lage sind Shaw und seine ebenfalls begabten Handlanger aufzuhalten. Doch alleine sind sie chancenlos und rekrutieren in der Folge mit Hilfe eines ersten, von der CIA konstruierten Cerebro-Modells weitere Mutanten im ganzen Land, um selbst eine kleine Armee aufbauen zu können, die es mit Shaw aufnehmen kann.
Es sind sehr amüsante Szenen, die den späteren Professor X und Magneto bei ihrem Streifzug durchs Land zeigen, auf der Suche nach weiteren "Andersartigen", die sich ihrer Fähigkeiten bis dahin schämten und sie - und somit auch ihr wahres Ich - fortlaufend verbergen mussten, um akzeptiert zu werden. Nun, in einer Runde unter Ihresgleichen, können sie zum ersten Mal die sein, die sie wirklich sind. Und so sind es unter anderem auch diese Szenen im CIA-Hauptquartier, die die X-Men-Comics von allen anderen Superhelden-Stories unterscheiden. Hier weiß jeder der Charaktere um seine außergewöhnlichen Kräfte, ist aber gezwungen diese in der Öffentlichkeit zu verstecken, wenn nicht gar komplett zu unterdrücken, um nicht als Freak aus dem gesellschaftlich enggesteckten Wertekanon und Raster der Mitmenschen ausgeschlossen zu werden. In diesen wenigen Sequenzen sieht man die jungen Mutanten zum ersten Mal losgelöst und entspannt, ja regelrecht ausgelassen, wie sie ihre Fähigkeiten präsentieren und nicht beschämt über ihr Dasein als Mutant sind.
Die eigentliche Schlüsselszene gehört in diesem Prozess jedoch der bis dato immer in der Gestalt der attraktiven Blondine agierenden Mystique. Im Training auf die bevorstehenden Kämpfe sind es die wenigen ruhigen Momente mit Erik, die sie später daran erinnern, dass sie nur dann frei und sie selbst sein kann, wenn sie akzeptiert, wer und was sie wirklich ist, um von ihrem Umfeld akzeptiert zu werden. "You want society to accept you but you can't even accept yourself", lässt sie Erik wissen. Mehr noch: dass sie die Akzeptanz der anderen gar nicht braucht, um ganz sie selbst sein zu können - in all ihrer Pracht und Stärke. Von da an erst ist sie mutant and proud.
Mutant and proud. Es ist die unterschiedliche Interpretation der Schlüsselaussage, die Charles und Erik auf ewig trennen wird. Im Kampf gegen Shaw werden die beiden Ungleichen, da so gegensätzlich denkenden und handelnden, zu Brüdern, die einander ihre Sicht der Welt vermitteln wollen, sich in den Zielen aber so sehr unterscheiden. Für Charles kann es eine friedliche Koexistenz zwischen Mutanten und Menschen geben, da er unumstösslich an das Gute im Menschen glaubt. Erik hingegen weiß um die Furcht der Menschen vor allem, das anders ist. Für ihn, der seinen Frieden schon lange verloren und diesen durch den Wunsch nach Rache an seinem Doktor Frankenstein ersetzt hat, kann es kein Miteinander geben. Für ihn gibt es nur ein Für oder Gegen die Menschheit, dass sich im Finale nochmals zuspitzt und zur endgültigen Trennung der Mutanten in die Gruppierungen um Professor X und Magneto führt: "Against the world or a part of it?"
Man könnte noch ewig über die Entwicklung der Charaktere schreiben, ohne auch nur im Ansatz die eigentliche Tiefe der selbigen zu erreichen. Denn die X-Men sind - und das muss man zweifelsohne festhalten - in der psychologischen Ausarbeitung ihrer (Haupt-)Figuren eine der am gründlichsten aufgezogenen Franchises.
Visuell und inhaltlich schafft es Matthew Vaughn mit seiner Umsetzung des Prequel-Stoffes bestens die Vorgeschichte der X-Men zu erzählen und die prägenden Akteure der gesamten Geschichte einzuführen. Professor X, Magneto, Mystique, ... ja selbst ein Hank "Beast" McCoy erhält seinen Platz, der ihn in den späteren Filmen wieder als logische Konsequenz auftreten lässt. Gleichermaßen wird aber auch erklärt wie Magneto zu seinem charakteristischen Helm kommt, was die Quelle der X-Men-Techniken ist und, nicht zu vergessen, welche Umstände dazu führen, dass Charles im Rollstuhl sitzt. Gewiss, der Film kränkelt in einigen Szenen an überbordendem Pathos und einer Dialoglastigkeit, die nicht hätte sein müssen, um die gleiche Botschaft zu übermitteln, doch auch das verzeiht man schnell, da der Bogen zur Zukunft der Helden weitestgehend und zufriedendstellend geschlagen wird.
Die Story: Eddie Morra (Bradley Cooper) ist ein Loser. Trotz eines laufenden Autorenvertrags hat er über Monate kein einziges Wort zu Papier gebracht, sein Appartment hat den Namen eigentlich nicht verdient und Lindy (Abbie Cornish), seine Freundin, Muse und Bank, hat ihm den Laufpass gegeben. Er hat nichts mehr zu verlieren, als er seinen Ex-Schwager wiedertrifft, der ihm ein kaum auszuschlagendes Angebot macht: Nur für ein einziges Mal soll er eine neuartige Droge probieren, die 100 statt der üblichen 20 Prozent des menschlichen Gehirns erschließt. Und mit einem Mal eröffnet sich eine ganz neue Welt für Eddie: „Ich war blind. Doch jetzt kann ich sehen.“
Regisseur Neil Burger (The Illusionist) holt die Zuschauer direkt ab: Der Betrachter findet Eddie Morra auf dem Balkonsims eines Wolkenkratzers vor, kurz davor sein Leben auf dem harten Asphalt unter ihm zu beenden. Trotz unendlich scheinender Chancen, schnell erworbenem Reichtum und einer Welt, die durch seinen raketenhaften Aufstieg nur darauf wartet endgültig von ihm erobert zu werden, steht er am Abgrund. Killer sind hinter ihm her, sein Boss (Robert de Niro) will ihn an der kurzen Leine halten und auch sonst scheint sein Leben zu zerbrechen. Doch wie kam es überhaupt dazu? An dieser Stelle setzt der Film ein und lässt Eddie seine Geschichte erzählen.
Es ist die Geschichte eines menschgewordenen Streuners, der sich durch sein Leben treiben lässt und dabei mit diversen Lastern sehr erfolgreich selbst sabotiert und kaum tiefer sinken kann. Es ist aber auch die Geschichte über die Antwort auf eine Frage, die wir selbst uns immer wieder stellen, wenn wir einen dieser Tage haben, an denen alles möglich erscheint: Was wäre, wenn wir das Potential unseres Gehirns komplett ausschöpfen könnten?
Es ist die Kombination dieser beiden Elemente, die „Limitless“ als schnell geschnittenen Thriller so unterhaltsam machen. Wer tief sinkt, für den gibt es nur noch eine Richtung: aufwärts. Und das Transportmittel für den Aufstieg ist eine kleine Pille, die sämtliches Potential eines jeden sofort freisetzt, aber mittels Nebenwirkungen auch ihren Tribut fordert. So schreibt Eddie seinen Roman in nur vier Tagen fertig, lernt beiläufig Fremdsprachen fließend zu sprechen und spekuliert sich Dank seiner neu erworbenen Mathematikfertigkeiten auf Basis eines zwielichtigen Startkapitals zum Liebling der Wall Street. Doch wer die ganze Welt zu besitzen scheint, der muss damit rechnen, dass auch andere ein Stück dieses Kuchens abhaben wollen. Und genau diese Umstände sind es, die Eddie auf den Balkonsims treiben, was aber glücklicherweise nicht das Ende des Films darstellt.
Burger spielt mit der Vorstellungskraft des Publikums, das sich während des ganzen Films unweigerlich fragt was es selbst mit diesen neuen, tief in uns schlummernden Fähigkeiten anstellen würde. Ein für Burger sehr guter Trick, denn während man selbst immer wieder durch die Präsenz und Taten Bradley Coopers (Nip/Tuck, Hangover, The A-Team) dazu inspiriert wird über die eigenen Möglichkeiten nachzudenken vergisst man sich voll und ganz der Story zu widmen, die sich oftmals selbst nur sehr oberflächlich mit ihrem eigenen Potential auseinandersetzt.
Wichtige Fragen werden ebenso beiläufig beantwortet oder unter den Tisch fallen gelassen, wie Eddie neue Sprachen lernt, und voneinander unabhängige Handlungsstränge werden teils am Ende wieder etwas wild verwoben oder einfach nur durchtrennt, um das Finale nicht mit zu vielen augenscheinlichen Logiklöchern zu belasten.
Aber das ist auch nicht Sinn und Zweck von „Limitless“, der einfach nur unterhalten will – was auf Grund der Darsteller auch gelingt, selbst wenn die Nebenrollen teilweise als launiges, aber auch nötiges Übel erscheinen, so uninspiriert wie diverse Charaktere vorgestellt, aufgebaut und dann wieder entsorgt werden. Die Ausnahme bilden da eher Robert de Niro (Taxi, Casino, Heat, ...), der als Finanzmogul, dem man wirklich nicht ans Bein pissen möchte, sehr unterhaltsam anzusehen ist und auch Abbie Cornish (Elizabeth, Sucker Punch), die ebenfalls in ihren wenigen Szenen zu überzeugen weiß. Gegenüber Newcomer und Glücksgriff Bradley Cooper, der „den Laden zusammenhält“, wirken allerdings auch sie vergleichsweise blass, was uns auch zum gestalterischen Kniff des Films und seiner MTV-Clip-Ästhetik bringt.
Berauschende Kamerafahrten im Endlos-Zoom durch New York sind ebenso wie der Einsatz von Licht und Farbgebung die wahren Akzentpunktee, um die Wirkung der Wunderdroge zu verdeutlichen. Sind die Augen von Coopers Figur zumeist gerötet und von Ringen gezeichnet, leuchten sie nach der Einnahme des Mittels im tiefsten Blau und strahlen mit ihrer Umgebung um die Wette. New York wird so mit Hilfe von Blau- und Graufiltern als ein leicht dystopisches Moloch dargestellt, um es kurz darauf in ihrer vollen Wahrnehmung in kräftige Farben zu tauchen. Das ist schön anzusehen, aber es sind auch die Taschenspielertricks eines Regisseurs, dem man etwas mehr Ambition gewünscht hätte. Doch das soll den Unterhaltungswert nicht schmälern, denn am Ende bleibt tatsächlich die Frage hängen: „Was wäre, wenn …“
Die Story: Es ist alles angerichtet für den großen Tag des Thor (Chris Hemsworth). Sein Vater Odin (Anthony Hopkins) ist dabei ihn zum König des legendären Götterreiches Asgard zu krönen, als uralte Feinde den Frieden stören. In seinem arroganten Leichtsinn zettelt Thor einen Krieg an, den Odin gerade noch abwenden kann. Von seinem übermütigen Sohn enttäuscht, beraubt Odin Thor seines "mighty Hammer" Mjölnir sowie seiner Kräfte und verbannt ihn auf die Erde, um ihn Demut zu lehren. Mitten im Nichts eines amerikanischen Wüstenkaffs trifft er auf die Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman), die wissen will, was es mit dem Unbekannten auf sich hat, während Loki (Tom Hiddleston) sich durch Intrige und Putsch zum Oberhaupt von Asgard erklärt und seinen verhassten, nun sterblichen Bruder auslöschen will.
Es ist ein Spiel mit der Parallelität von Wissenschaft und Mythologie, das Regisseur Kenneth Branagh (hauptsächlich für Shakespeare-Interpretationen und "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" bekannt) in "Thor" betreibt. Ein recht amüsantes, wie man festhalten muss.
Asgard, das auf der Erde als Sagenwelt der Wikinger bekannt ist, wird als real existierende Welt dargestellt, die in ihrer kaum zu ertragenden Pracht die Heimat von Göttern und Helden darstellt, die sich ob ihrer großen Taten immer mehr ihrer Menschlichkeit entfernt haben. So hat Chris Hemsworth als muskelbepackte Naturgewalt Thor zwar eine unglaubliche physische Präsenz inne, doch mangelt es seiner Figur in der ersten Hälfte des Films an eben jener Demut, Gerechtigkeitsempfinden und Weitsicht, dass die Verbannung die logische Folge ist. Es ist die Strafe für ein zorniges, trotziges Kind, dem man erst all seiner Spielsachen und Freunde berauben muss, um es zur Räson zu bringen, ehe ein tatsächlicher Feind aufgebaut wird, den es zu bekämpfen gilt.
Überhaupt bricht "Thor" mit den bisherigen Konventionen der Marvel-Comics. Denn während Iron Man, Hulk, Spider-Man, die Fantastic Four oder Captain America die Ergebnisse (außer-)irdischer Zusammenhänge oder Mutationen sind, ist Thor als fleischgewordene Sagengestalt per se mit übernatürlichen Kräften ausgestattet und durchläuft den entgegengesetzten Prozess. Seiner Mächte beraubt, muss er auf der Erde als Mensch mit den ihn unbekannten Gepflogenheiten und seiner Umwelt zurecht kommen. Ein Vorgang, der trotz seiner Umkehrung weitestgehend funktioniert, auch wenn das Begleiten der kommenden Superhelden beim Entdecken ihrer neuen Fähigkeiten noch eher mit einem Schmunzeln anzusehen war (man erinnere sich nur an Peter Parkers Versuche Spinnenweben abzufeuern, die er mit dem Superman-esquen "Auf auf und davon" begleitete).
Dass Thor dabei die auf Logik und Herz hörende Natalie Portman als Jane Foster entgegengestellt wird (leider ziemlich blass, die Gute), lässt mehr als erahnen, dass (Nächsten-)Liebe und Fürsorge für seine Mitmenschen die Schlüssel sein werden, die Thor zurück ins Himmelreich bringen werden. Vorhersehbar, aber zu verkraften, da gerade diese Gegenüberstellung der Götter, die im prunkvollen Asgard alles haben, aber moralisch und emotional auf dem Stand von Kindern stehen geblieben zu sein scheinen, und der Sterblichen in ihrem trostlosen Wüstennest, die mit wenig auskommen müssen, einen netten Kontrast darstellt.
Eine weitere Metaebene erreicht der Film durch das Aufgreifen zerrütteter Vater-Sohn-Beziehungen, die durch in Asgard über die Maßen ritualisierte Vorgänge und Gebräuche ihre Menschlichkeit verloren haben, obgleich sie derer so sehr bräuchten. Bereits in den Anfangssequenzen wird verdeutlicht, das Thor und sein Bruder Loki seit jeher um die Aufmerksamkeit ihres Göttervaters Odin buhlten. Während Thor durch Aktionismus und Kriegs-/Abenteuerlust Anerkennung zu erwerben suchte, ist sein weniger brachial veranlagter Bruder auf Intrige, Durchdachtheit und Strategie gepolt, bleibt dabei in einer auf Kraft und Durchsetzungsvermögen ausgelegten Welt aber auf der Strecke. Mit dem Durchlaufen diverser Initiationsriten und Wandlungen (Verbannung, Erlernen von Demut, Menschwerdung, Gottwerdung und der Rückkehr nach Hause für Thor / Zurückweisung und Minderschätzung durch die Familie und der Herabwürdigung mittels der Freunde, die sich durch das Lüften eines alten Geheimnisses für Loki in wahnwitzige Rache- und Allmachtsphantasien ergiest - Shakespeare-Profi Branagh weiß also, was er bei der Inszenierung des großartig spielenden Tom Hiddleston tat - / die Einsicht Odins, mit seiner Erziehung über das Ziel hinausgeschossen zu sein) werden allen Figuren neue Facetten ihres emotionalen Handelns verabreicht, die gegen Ende in einem großen Finale münden.
Bei all den Metaebenen kommen die Kampfsequenzen im Stile besten Popcorn-Kinos trotz allem nicht zu kurz und sind bei Hemsworths Physis auch entsprechend gut anzusehen. Auf der Suche nach seinem Hammer ringt und mäht Thor alles und jeden nieder, der sich ihm in den Weg stellt, um festzustellen, dass er seines Hammers (noch) nicht würdig ist. Lektionen in Demut wollen erst noch erledigt werden. Dass der Film dabei nicht komplett abdriftet, ist den Darstellern zu verdanken, die Vieles mit einem Augenzwinkern auflockern. Hemsworth hatte noch während der Dreharbeiten angedeutet, dass der Film einige unerwartete Lacher bieten würde, die einer Comic-Verfilmung aus dem Hause Marvel nicht abgehen dürfen. So wie etwa der mittlerweile klassische Cameo von Marvel-Legende Stan Lee oder die Verknüpfung mit anderen Teilen des Marvel-Universums, die eine Parallelität der diversen Helden andeuten.
So gab es am Ende von "Iron Man 2" bereits das Auffinden von Thors Hammer durch die Organisation S.H.I.E.L.D. - ebenfalls grandios: Nebencharakter Agent Coulson (Clark Gregg) - zu sehen, die hier einen wichtigen Part der Handlung einnimmt. Weitere Anspielungen auf Iron Man Tony Stark, die Figur Dr. Donald Blake oder auch das erneute Auftauchen von Nick Fury (Samuel L. Jackson) in den wenigen Epilog-Sequenzen nach dem Abspann mit dem kosmischen Würfel verweisen schon jetzt auf die "Avengers"-Filme und sind für Comic-Fans das I-Tüpfelchen, auf das man sich freuen darf.
Die Story: Ein kleines Dorf in der Einöde einer von Bergen, Wäldern und wilden Bächen zerklüfteten Wildnis, abgeschnitten von der Außenwelt. Hier, im Nichts, haben die Eltern der schönen Valerie (Amanda Seyfried) genaue Pläne über die Zukunft ihrer Tochter: Sie soll es besser haben und in einer Vernunftehe dem wohlhabenden Schmied Henry (Max Irons) angetraut werden. Doch Valerie hat sich längst in den Einzelgänger Peter (Shiloh Fernandez) verliebt und will mit ihm fortgehen, als ihre Schwester von einem Werwolf getötet wird. Im Irrglauben, die Bestie trotz des Verlusts von Henrys Vater getötet zu haben, offenbart das Monster unter den Augen des zu Hilfe gerufenen Werwolfjägers Pater Solomon (Gary Oldman) seine wahre Kraft und Boshaftigkeit.
Mit dem durch Solomon vermittelten Wissen, dass ein Werwolf in seiner menschlichen Gestalt auch unter den Dorfbewohnern leben könnte, keimt in Valerie ein furchtbarer Verdacht auf, wer die Bestie sein könnte …
Als ich die Vorstellung verließ und von einer netten Mitarbeiterin des Kinos gefragt wurde, wie ich den Film gefunden hätte, antwortete ich, diplomatisch wie ich bin, „ausbaufähig“. Nun, nachdem sich die Eindrücke ein wenig gesetzt haben, bleibe ich dabei: Red Riding Hood mangelt es an so vielen Ecken und Enden an dem, was man an Potential verschenkt hat, dass man einen eigenen Film daraus hätte drehen können.
Ihr wollt wissen, wieso? Okay, los geht’s. Während man in Zombiefilm-Kreisen immer wieder erbittert diskutiert, ob Untote rennen können/dürfen/sollen, verstößt man hier gegen eines meiner Horrorfilmmonster-Grundprinzipien: Werwölfe sind verfluchte Seelen, die sich bei Vollmond ihrer puren animalischen Seite hingeben (müssen) und töten. Punkt. Aus. In Red Riding Hood kalkuliert die Bestie aber mit ausgeprägter menschlicher Finesse und zerfetzt seine Opfer nicht etwa wahllos, sondern ganz gezielt, um seinen eigenen Plan zu verfolgen. Dass dieser Regelbruch dem eigentlich gar nicht so schlechten Plot nicht schadet, ist somit noch bedingt verschmerzbar, auch wenn ich mich während des Films innerlich ein wenig gewunden habe. Über die mäßige Animation des Werwolfs will ich dabei noch nicht einmal meckern. Man hat das Beste aus rausgeholt, denke ich.
Alles andere als das Beste aus sich herausgeholt hat allerdings Gary Oldman. Ich weiß nicht genau, was ihn dazu bewogen hat sich diesen Film anzutun, aber ich kann nur spekulieren, dass es die Kopfgeburt eines feucht-fröhlichen Abends mit Sir Anthony Hopkins gegeben haben kann, der ihm nach „Wolfman“ und „The Rite“ nahegelegt hat, dass er unbedingt mal einen Horrorfilm drehen müsse. Denn das, was Oldman abliefert, ist ebenso austauschbar wie alle anderen Figuren und die Kulisse des Dorfes, das, obwohl es doch nur aus Holzhütten besteht, komplett „plasty“ und nicht ernstzunehmend aussieht.
Nicht ernst nehmen konnte ich übrigens auch Shiloh Fernandez und Max Irons, die mit unverkennbarem Twilight-Einschlag die hübschen Jünglinge im Kampf um die Gunst des Mädchens spielen und den dicken Max spielen müssen. Bestes Stilmittel dafür: Während die gesamte Dorfbevölkerung dem schmierigen und speckigen Hygienezustand eines Bergdorfes im 14. Jahrhundert entspricht, wirken die Charaktere Henry und Peter durchgehend wie frisch aus dem Stylingkatalog entstiegen, um Amanda Seyfried, die mich permanent an Mia Wasikowska (Alice im Wunderland) erinnert hat, den Kopf zu verdrehen – oder es zu versuchen.
Doch was bleibt nach Red Riding Hood nun übrig? Zum einen, dass das Stilmittel der auf Augenpartien gerichteten Kameraführung zum erzeugen von Spannung und Suspense nach wie vor funktioniert, zum anderen, dass es Regisseurin Catherine Hardwicke tatsächlich geschafft hat die vermeintliche Qualität des Films mit einem „Fluch der Karibik“-Teil-3-artigen Ende noch ein Stück weiter nach unten zu ziehen. Eine vorgezogene Blende für den Abspann hätte dem Film nämlich noch ganz gut getan.
Nach Sichtung des Films geht es mir schließlich wie dem Werwolf selbst: Mir ist zum Heulen zumute.
Die Story: "Ich bin Iron Man". Mit diesem Satz stellte Tony Stark (Robert Downey Jr.) am Ende des ersten Teils die Welt auf den Kopf. Sechs Monate später. Das Palladium, das den Mini-Reaktor in des Helden Brust am laufen und ihn somit am leben hält, vergiftet Stark Stück für Stück. Seinen Vertrauten Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) und Lt. Col. James "Rhodey" Rhodes (Don Cheadle) sagt der extrovertierte Dickkopf dennoch nichts darüber, schließlich sucht er eigenständig nach einer Lösung dieses Problems. Ebenso wenig ist er bereit seine Iron Man-Rüstung an das Militär abzutreten, das ihn als freien Mann mit derlei Feuerkraft für eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit hält. Dabei kommt die eigentliche Bedrohung in Form von Rüstungsmagnaten Justin Hammer (Sam Rockwell) und dem auf Rache sinnenden Ivan Vanko (Mickey Rourke) doch aus einer ganz anderen Richtung ...
Okay, ich warne euch hiermit ganz offiziell: (mittel-)schwerer SPOILER AHEAD! Wer noch nicht im Film war und dies vor hat, soll sich später nicht bei mir beschweren, ich hätte Würze rausgenommen, capisce?"Iron Man II" ist in der Erwartung das, was der Titel eigentlich schon sagt: die Fortsetzung einer Comicverfilmung, die mit Teil eins schon einmal so richtig abgecasht hat. Die Krux von zweiten Teilen: im mittlerweile üblichen Dreierfilmpack sind sie die bemitleidenswerte Mitte, die zwischen grandiosem Kickstart und Finale Grande irgendwie den Spannungsbogen hoch halten müssen. Aber nicht so hoch, als das Teil drei nicht mehr noch einen drauf setzen könnte. Nur geht das in zwei von drei Fällen so gut wie immer in die Hose (ich werfe die "Matrix"- und "Fluch der Karibik"-Filme als Beispiele in die Runde).Es kommt also, was vermeintlich kommen muss. Man bringt ganz viel von den Highlights des ersten Teils, anstatt den Faden weiter zu spinnen und eine Geschichte zu erzählen. Doch genau das tut "Iron Man II" nicht. Zumindest nicht ganz. So konsequent wie in diesem Fall werden Stories nämlich selten weitergestrickt.Der Film setzt ziemlich genau am Ende vom ersten Teil ein, ergo schließt man Robert Downey Jr. in seiner Rolle als Arschloch zum Gernhaben schnell wieder in sein Herz. Eben, weil er als Tony Stark der Gute ist, der es sich leisten kann den charmanten Drecksack zu geben. Und obendrein hat er im Gegensatz zu Spider-Man und Batman keine hausgemachten Probleme mit seinem Gewissen, indem er sich den Kopf ob seiner Verantwortung zerbricht, nein, er hat nichts weiter als einen Mini-Reaktor in seiner Brust, der ihn trotz der lebenserhaltenden Maßnahme langsam tötet. Ergänzend gibt man den einzelnen Nebencharakteren allen noch etwas Zucker, um den Spin zu erhöhen, und dann geht die Party los, ohne gleich das ganz große Fass aufzumachen.Man nimmt sich also die Zeit Hintergründe zu durchleuchten und Nebenstränge auszubauen. Auf der einen Seite ist das toll, weil es den Figuren irgendwo mehr Tiefe gibt, auf der anderen Seite führt es mit der immer wieder angeteaserten "Rächer-Initiative" in Richtung Superriesencomicverfilmungsding*, das nur noch absolute Comicnerds und -liebhaber im Kinosessel zu sabbern anfangen lässt. Doch zurück zum Film.In diesem Aufmachen von vielen kleineren bis größeren Schauplätzen verfängt sich die Story immer wieder wie eine Marionette mit zittrigem Puppenspieler in den eigenen Handlungssträngen, die mit einem großem KAWUMM einfach in Schutt und Asche gelegt werden, damit es weitergehen kann. Typischer Fall des "zweiter Teil"-Syndroms.So finde ich die Art und Weise, wie sich Tony Stark von der im ersten Teil noch so bezeichnenden Mensch-Maschine-Abhängigkeit entledigt, einfach vollkommen daneben. Im griechischen Theater löste man komplizierte Szenen, bei denen man als Regisseur keine Ahnung hatte, wie man diese Handlungs- und Denkfehler lösen könnte, mit dem "deus ex machina", dem Gott aus der Sache (die Maschinen-Übersetzung ist so nämlich nicht wirklich korrekt, aber lassen wir das ...), der sämtliche Probleme in Wohlgefallen verwandelte. Und nichts anderes ist die Lösung des Palladium- bzw. Mini-Reaktoren-Problems durch die Kiste voller Hinweise des verstorbenen Vaters, die Tony durch S.H.I.E.L.D in Person von Nick Fury (Samuel L. Jackson) vor die Nase gesetzt bekommt.Ein weiteres KAWUMM sind schließlich die Kampfsequenzen. So ist der Fight zwischen Stark als "Iron Man" und "Rhodey" als "WarMachine" in Tonys Villa absolut lieblos und dient nur zum Überbrücken einer weiteren Länge (welch Ironie). Einziger Pluspunkt der Klopperei: Regisseur Jon Favreau beweist Humor, indem er "Robot Rock" von Daft Punk drunterlegt. Ebenso unsäglich: Die Art, wie Mickey Rourke als "Whiplash" schließlich im Finale abgesägt wird ist auch eher meeh, aber dazwischen macht es trotz allem dann doch irgendwie Spaß zuzusehen.Im Gesamtfazit kann ich nur sagen, dass "Iron Man II" nicht in der Form kickt, wie man es bei einem so starken ersten Teil erwartet hätte (ich vertrete ja nach wie vor die Meinung, dass "Iron Man" trotz "The Dark Knight" im Jahr 2008 die beste Comicverfilmung des Jahres war), aber so schlecht, wie es vielleicht hier jetzt klingen mag, ist er auch nicht.
Ach, Halt! Einen hab' ich noch (aber das ist im Grunde auch nur was für die absoluten Comicnerds und Marvel-Liebhaber): Wenn ihr schon den Überlängenaufschlag bezahlen müsst, dann bleibt bis zum Ende des Abspanns sitzen. Da kommt noch ein ehrlich gesagt relativ unspektakuläres 20 Sekunden-Häppchen, das die nächste Marvel-Verfilmung "Thor" ankündigt.
* Ganz ehrlich, sollte es überhaupt zu einem "The Avengers"-Film kommen, dann wette ich hier und jetzt fünf Euro, dass das Ding entweder komplett CGI-animiert sein wird, weil kein Studio der Welt die Gagen für die bislang regulären Darsteller von Iron Man (Downey Jr.), Hulk (Edward Norton), Captain America (Chris Evans), Spider-Man (Tobey Maguire), Wolverine (Hugh Jackman) und Co. hinblättern dürfte, oder aber es dauert so lange bis zur Produktion, dass sämtliche Rollen so oder so neugecastet werden müssen und die Idee ebenfalls so gut wie in der Tonne landet.
Die Story: Perseus (Sam Worthington) ist der Halbsohn des Zeus (Liam Neeson), weiß aber nichts von seiner Herkunft, da er als Findelkind von einer Fischerfamilie großgezogen wurde. Mit der beginnenden Rebellion der Menschen gegen die Götter gerät er schließlich zwischen die Fronten eines Kampfes, den er nicht angezettelt hat. Und dennoch setzt er alles daran, um den Göttern - allen voran Hades (Ralph Fiennes) - Einhalt zu gebieten und Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) sowie die Stadt Argos vor dem alles vernichtenden Kraken zu retten.
Ladies and Gentlemen, wir haben hier einen ganz heißen Anwärter auf meinen "Flopfilm des Jahres"! Lässt man nämlich den 3D-Hokuspokus sowie die Computereffekte wegfallen, ist das Original von 1981 mitsamt seiner Tricktechnik von Stop Motion-Genie Ray Harryhausen um Längen besser.Der Plot, falls überhaupt vorhanden, ist pure Nebensache, da man sich bei so gut wie allen Blockbustern der letzten Jahre bedient hat. Hier ein wenig "Herr der Ringe" (bei so ziemlich jeder Panoramaaufnahme), dort etwas "Harry Potter" (oh, fliegendes Getier, wuhu!) und ein bisschen Actionpathos á la "300" ("Lieber kämpfend sterben als ewig leben bla bla") oder auch "Transformers" packen wir ebenfalls noch dazu (die Kampfsequenz gegen die Riesenskorpione hätte man auch direkt aus dem ersten "Transformers" kopieren können, nur ohne Explosionen und Maschinengewehre) - fertig ist die Cash Machine, die nur einen einzigen Zweck zu verfolgen scheint: Special Effects und CGI-Gewummere auf die Leinwand zu befördern, damit die menschlichen Darsteller etwas zu tun bekommen oder zumindest etwas, vor dem sie wegrennen oder mit dem sie kämpfen können.Einziger halbwegs erträglicher Lichtblick: Gemma Arterton (u.a. "James Bond 007 - Ein Quantum Trost") als Io. Aber auch nur deshalb, weil sie mir nicht gänzlich so auf den Sack ging, wie die anderen.
Die Story: Jason Bourne Roy Miller (Matt Damon) ist einer der effizientesten Agenten bestausgebildeten Militärs, den die CIA Army in ihrem top secret gehaltenem Killerprojekt je ausgebildet hat als Kopf einer Sondereinheit in den Irak entsandt hat. Nach einem gescheiterten Einsatz, bei dem Bourne sein Gedächtnis verloren hat Miller und sein Team einmal mehr auf Grund falscher Informationen keine Massenvernichtungswaffen finden, begibt er sich auf die Suche nach seiner Identität den wahren Hintergründen für den Einmarsch der US-Truppen in den Irak. Mit Hilfe seiner Zufallsbekanntschaft Marie (Franka Potente) Freddie (Khalid Abdalla) und einer Quelle innerhalb der Behörden jagt er fortan rund um den Globus quer durch Bagdad, um das Rätsel seiner Vergangenheit hinter den politischen Ränkelspielen zu lösen.
Ja, in der Kurzform ist "Green Zone" wie die "Bourne"-Trilogie, nur im Irak, auf einen Film zusammengestutzt und mit mehr Hubschraubern und Militärs. Das Problem: In der Langfassung wird es auch nicht besser, weswegen ich mich dieses Mal in meiner Kritik kurz fasse.Bei der Besetzung der Charaktere greift man auf alles zurück, was man für gewöhnlich bei so einer Storyline braucht: den Good Guy (Damon), den Regierungsbösewicht im Hintergrund (Greg Kinnear), den mehr oder minder dezenten Helfer innerhalb der Behörden (Brendan Gleeson), den einheimischen Nebencharakter, der später noch entscheidend eingreift (Abdalla) und einen Vertreter der Presse/Medien (Amy Ryan), der erst für schlampige Arbeit Reue ablegen muss, um dann doch noch Gutes tun zu können, oder so.Es ist kein oscarreifes Kino, aber dennoch kann man Regisseur Paul Greengrass, ein Brite natürlich, da sich ein US-Director wohl kaum an einen derartigen US-kritischen Stoff rantrauen dürfte, ein Lob aussprechen, dass er sich überhaupt an dieses strittige Thema gewagt hat - wenn auch, mit Blick auf den Handlungszeitraum, mit sieben Jahren Verzögerung. Zumindest schiebt er die Thematik somit wieder ein klein wenig in den Fokus der Öffentlichkeit, um die Menschen daran zu erinnern, dass es immer noch einen Krieg/Aufbauarbeiten gibt, dessen Hintergründe man bei der langen Laufzeit mittlerweile kaum noch vor Augen hat.
Die Story: Robert "Bob" Wilton (Ewan McGregor) ist das, was 99 Prozent aller Journalisten im Film zu sein scheinen: ziemlich erfolglos. Als ihn schließlich auch noch seine Frau verlässt, beschließt er als Kriegsberichterstatter in den Irak zu ziehen und endlich seiner Berufung nachzukommen, indem er den Menschen die Welt zeigen möchte, wie sie wirklich ist. Dumm nur, dass er wochenlang in Kuwait festhängt, da es an einer Einreisegenehmigung mangelt. Just in dieser Prämisse trifft er Lyn Cassidy (George Clooney), über den er bei früheren Recherchen einmal hörte, dass er Teil einer geheimen parapsychologischen Militäreinheit gewesen sei. Ein Jedi-Krieger, der durch reine Gedankenkraft Ziegen töten, durch Wände gehen und Dinge fernwahrnehmen könne.
Und während sich Wilton an Cassidys Fersen hängt und ihn auf seiner Mission begleitet, erzählt dieser ihm seine Geschichte um Ausbilder Bill Django (Jeff Bridges), die New Earth Army und seinen Konkurrenten Larry Hooper (Kevin Spacey), der die Idylle der Flower Power-Kämpfer in den 1980ern zerstörte...Müsste ich "Männer, die auf Ziegen starren" in einem Wort beschreiben, wäre es wohl "kurzweilig". Die Story, die irgendwo auch auf wahren Begebenheiten beruht, ist so dermaßen ab vom Schuss, dass man im ersten Moment nur ein großes "WTF!?" im Kopf zu haben glaubt. Parapsychologische Kämpfer, die kämpfen, indem sie nicht kämpfen!? Jedi-Krieger, die im Auftrag der Regierung die Denkmuster ihrer Feinde unterbrechen sollen!? In jedem anderen Zeitraum wäre das totaler Bockmist (höhö, ein Ziegenwitz bei dem Titel, höhö), aber mit dem Setting der Ausbildung in der letzten Hochphase der kalten Krieges passt es. Bestes Beispiel dafür ist der Dialog zweier hochrangiger Militärs zwecks Legitimation der Jedi-Ausbildung:"Wir machen keine parapsychologischen Versuche!" - "Ja, aber das ist, was die Russen glauben." - "Wieso?" - "Eine Falschmeldung der Franzosen, die besagt, wir hätten telepatischen Kontakt zum Unterseeboot Nautilus aufgenommen, als es das Polareis unterquerte." - "Aber wir haben nie Kontakt aufgenommen." - "Korrekt. Aber da die Russen unser Dementi der Falschmeldung für eine Falschmeldung halten, haben sie die parapsychologischen Versuche aufgenommen." - "Also machen die Russen parapsychologische Versuche, weil sie denken, dass wir parapsychologische Versuche machen würden?" - "Ja." - "Das ist doch Wahnsinn." - "Vielleicht, aber wir können es uns nicht leisten den Russen dieses Feld wiederstandslos zu überlassen!" - "Tun sie es!"Es sind Momente wie diese, die dem Film einen ganz besonderen Charme und Lacher verleihen. Ebenso die Episoden über die Ausbildungsmethoden von Colonel Django, die kaum noch mehr Hippietum vertragen hätten. Doch genau das ist auch gleichzeitig die Schwäche des Films von Grant Heslov, der bislang auch eher als Nebendarsteller in Serien und Skriptschreiber (u.a. "Good Night and Good Luck") in Erscheinung getreten ist. Er besteht aus vielen lustigen Episoden und Rückblenden, die als Ganzes allerdings nur ab und an in der Form zusammenpassen, dass es flüssig daherkommt. Ganz besonders in Schlingern gerät die Geschichte, wenn moralgetränkte Szenen über die Schrecken des Krieges eingebunden werden sollen. Ja, Krieg ist alles andere als lustig, aber in diesem Fall legt sich in diesen paar Minuten immer wieder eine bleierne Schwere über die eigentlich so heitere, lockere Story, die so gar nicht passen mag.Clooney und McGregor geben als Hauptcharaktere ein durchaus lustiges Gespann ab, aber so hapert es - ähnlich der Story - teilweise an der Chemie zwischen den beiden. Im Gegenzug kommen die Rollen von Spacey, der endlich mal ein bisschen den Badass geben darf, und Bridges zu kurz, obwohl beide so herrlich knapp und mit Bravour an der kompletten Karikatur ihres eigenen Parts entlang schrammen.